Aktuell: Fach- und Führungskräftemangel
"Mit emotional intelligenter Führung beginnt jeder Unternehmenserfolg" (Hans-Olaf Henkel)
Führungskräfteentwicklung bekommt eine zentrale
Bedeutung
Die Zahlen zur demographischen Entwicklung
sind bekannt: bis zum Jahr 2015 werden in Deutschland 250.000
Fach- und Führungskräfte fehlen. Der Arbeitsmarkt wird
sich aus Unternehmersicht zum Nachfragemarkt entwickeln.
Unternehmen müssen sich gezielt um eine Positionierung als Arbeitgebermarke
(Employer Branding), um Mitarbeiterzufriedenheit und
eine glaubwürdige Unternehmenskultur bemühen. In
dieser Situation sind Führungsqualitäten mehr denn je
gefragt, denn sie sind die Schlüsselfaktoren, wenn es um
eine langfristige Bindung von qualifizierten Mitarbeitern an das
Unternehmen geht. Die Führungskräfteentwicklung
bekommt daher eine zentrale Bedeutung. Es reicht aber nicht,
fachlich kompetente Führungskräfte auszubilden, vielmehr
sind Führungspersönlichkeiten mit hoher Emotionaler
Intelligenz gefragt, denn sie fördern Teamgeist und
Visionen, sie verstehen ihre Mitarbeiter und können diese
für eine Sache begeistern, sie schaffen ein Klima, in dem
Ideen wachsen. Sie verstehen "Leadership" als Dienst an der Gruppe
und sind in der Lage, die emotionale Realität zu erkennen.
Wie weit jedoch in Deutschland die praktizierte Führung von der Erwartungshaltung der Mitarbeiter entfernt ist, zeigen folgende Zahlen:
Eine Studie des Meinungsforschungsinstituts "Gallup Organisation" aus dem Jahr 2010 belegt,
- dass 87% Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland keine echte Verpflichtung gegenüber ihrer Arbeit sehen und nennen unzureichendes Handeln von Führungskräften als Hauptgrund. Den dadurch entstehenden gesamtwirtschaftlichen Schaden beziffert Gallup allein für Deutschland auf rund 250 Milliarden Euro pro Jahr.
Eine aktuelle Studie (2011) der Unternehmens- und Personalberatung Rochus Mummert zeigt,
- dass bei fast jedem zweiten Arbeitnehmer in Deutschland das letzte Personalgespräch mehr als zwölf Monate zurück liegt, gut jeder dritte Beschäftigte hat sogar in den vergangenen zwei Jahren nicht mehr mit seinem Vorgesetzten gesprochen.
Fatal daran: Das große Schweigen wird vor allem als fehlende persönliche Wertschätzung interpretiert - mit gravierenden Folgen. Wenn der Chef schweigt, weiß der Mitarbeiter nicht voran er ist - auf Dauer ein Grund zu gehen. So sorgt es nicht nur für unklare Jobperspektiven, sondern wird von den Mitarbeitern eindeutig als mangelnde persönliche Wertschätzung wahrgenommen: Rund 40 Prozent der Beschäftigten glauben, dass ihr Vorgesetzter nicht weiß, wie wichtig sie für das Unternehmen sind. "Vor allem Leistungsträger reagieren auf fehlende Wertschätzung und mangelnde Perspektiven mit einem Loyalitätsabbau gegenüber ihrem Arbeitgeber", sagt Hans-Joachim Maar, Partner von Rochus Mummert. Die Folge: Die besten Mitarbeiter verlassen das Unternehmen zuerst. Diesen selbst verschuldeten Verlust an Arbeitgeberattraktivität können sich Unternehmen angesichts des sich verschärfenden Fachkräftemangels auf Dauer nicht leisten.
Unzufriedenheit der Arbeitnehmer ist häufig hausgemacht
Die Ergebnisse der Umfrage zeigen damit, dass die in jüngsten
Studien festgestellte allgemeine Unzufriedenheit unter
Deutschlands Arbeitnehmern ganz konkrete und vor allem
hausgemachte Gründe hat. "Bis heute wird etwa das Thema Führungskräftemangel
in der Regel immer noch als ein rein quantitatives Problem
betrachtet", hat Rochus-Mummert-Partner Maar beobachtet. "Die
Veränderungen im Wertesystem der Gesellschaft und ihre
Bedeutung für den Arbeitsmarkt werden bei dieser Sichtweise
aber deutlich unterschätzt."
Die gute Nachricht zum Schluss:
Daniel Golemann, Autor des Bestsellers "Emotionale Führung"
sagt:
"Führungskompetenzen lassen sich ebenso erlernen
wie Golf oder Gitarre spielen. Jeder, der den Willen und die
Motivation hat, kann seine Führungsqualitäten
verbessern, wenn er die nötigen Schritte unternimmt."
"Ich bin überzeugt, dass Führung zu mehr als 50% über Gewinn und Verlust entscheidet" (Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth)




