Aktuell: Führung in der Krise
"Ich bin überzeugt, dass Führung zu mehr als 50% über Gewinn und Verlust entscheidet" (Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth)
Gerade jetzt, in Zeiten der Wirtschaftskrise, sind Führungsqualitäten mehr denn je gefragt, denn sie entscheiden über langfristigen Erfolg oder Untergang eines Unternehmens. Anstelle von Ziellosigkeit, Unsicherheit, Angst und Druck müssen Unternehmen und Management verstärkt daran arbeiten, verlorenes Vertrauen wieder aufzubauen, eine sichere und motivierende Arbeitsumgebung zu schaffen, sowie klare und erreichbare Ziele vorzugeben.
Wie weit jedoch in Deutschland die praktizierte Führung von der Erwartungshaltung der Mitarbeiter entfernt ist, zeigen folgende Zahlen:
Eine Studie des Meinungsforschungsinstituts "Gallup Organisation" belegt,
- dass 88 Prozent der Arbeitnehmer hierzulande keine echte Verpflichtung gegenüber ihrer Arbeit sehen und nennen unzureichendes Handeln von Führungskräften als Hauptgrund. Den dadurch entstehenden gesamtwirtschaftlichen Schaden beziffert Gallup allein für Deutschland auf rund 250 Millarden Euro pro Jahr.
Eine aktuelle Mitarbeiterbefragung des Münchner geva-Instituts zeigt,
- dass 80 Prozent der deutschen Arbeitnehmer von ihren Chefs mehr Entschlusskraft und Durchsetzungsvermögen erwartet
Gemäß einer Wertestudie von Deep White/MCM Institut Universität St. Gallen aus dem Jahr 2008
- werden nur in vier von hundert Fällen Zufriedenheit und Motivation im Unternehmen ohne Einschränkung und in nur 40 von 100 Fällen als relativ gut erlebt.
Der renommierte Managementberater und Philosoph, Dr. Reinhard K. Sprenger, sieht im Interview mit der Heilbronner Stimme vom 24.11.2009 den gesunden Menschenverstand (engl. = horse sense) als Opfer der Beratungsindustrie. Er meint:
- "Je mehr Instrumente in einem Unternehmen implementiert werden, desto mehr bleibt das Menschliche auf der Strecke". "Wenn Sie sich z. B., um ein Mitarbeitergespräch zu führen, erst einmal eine Checkliste anschauen müssen, dann halte ich das für pervers."
Fritz Hendrich (Hendrich Fritz, Horse Sense, S. 15, siehe Literatur- und Quellenverzeichnis) erwähnt eine Schweizer Studie,
- in der 67 Prozent der Manager angeben, sich in die Lage anderer zu versetzen sei ihre Stärke, jedoch nur 15 Prozent der Mitarbeiter bestätigen dieses. Die Leistungen und Fähigkeiten der anderen zu schätzen, beteuern sogar 75 Prozent. In ihrem Umfeld wird das lediglich von 18 Prozent so erlebt.
Und die gute Nachricht zum Schluss:
Jeder kann lernen, Mitarbeiter zu managen Die Ausrede, man wäre keine geborene Führungskraft zählt nicht. Denn jeder kann zumindest versuchen, sich Führungskompetenzen anzueignen.
"Derjenige der andere kennt, ist weise; derjenige, der sich selbst kennt, ist erleuchtet. (Laotse; 6. Jh. V. Chr.)


